(Hommage an Friedrich Schiller)
„Das Covid, das ist ein Fadenwurm,
der sich als Virus bloß verkleidet.“
Das verkündet laut der blaue Ritter,
besteigt sein Polizeipferd und er schwört,
dass er den Wurm jetzt töten werd.
Die Medizin, sie sei dazu zu dumm,
der Wurm, der lache über sie sich krumm,
die Impfung von ihm pralle ab,
sein Lachen durch Spitäler halle.
Da kommt er schon, des Wurmes Töter,
auf seinem Polizeipferd schnell geritten,
wirft hin dem Wurm als Köder
Ivermectin,
und der Wurm ist hin.
Und der blaue Ritter hoch zu Ross
schleppt des Wurmes Masse
durch die hohle Gasse,
gefolgt von einem blauen Menschentross.
Hoch zu Rosse durch die Gasse
schleift er dann des Wurmes Masse.
Des Beifalls lang gehemmte Lust
befreit jetzt aller Blauen Brust.
Laut schreien sie: „Der Wurm ist tot,
Vorbei des Volkes große Not!
Entlarvt ist nun das Omikron
als Hirngespinst und als Phantom,
in die Welt gebracht
von einer dunklen Verschwörungsmacht,
die wir alle kennen,
deren Namen wir aber nicht mehr nennen.“
Laut fordern nun die blauen Mannen
von Kanzler und Minister:innen,
dem Helden Achtung zu erweisen
und seine Heldentat zu preisen.
Sie fordern: Die Universität für Medizin,
sie übe voller Reue Selbstkritik
vor der ganzen Republik,
verbeuge sich vor seiner blauen Medizin.
Sie fordern: Unser Kanzler muss er werden!
An seinem Wesen werden wir genesen.
Mit seinen polizeiberittnen Pferden
wird er die Grenzen schließen,
nicht nur für die Covid-Würmer.
Die große Frage:
Würd er nicht zögern, auch zu schießen?
Sich impfen lassen gegen Omikron und Delta?
Als Schwächling vor den Leuten stehen?
Größer diese Angst als die vorm Virus!
Er musste zeigen, dass das Virus er besiegt,
der Preis, dass er im Grab nun liegt.
Mich gegen COVID impfen lassen?
Was auf aller Welt würd ich denn noch mehr hassen!
Wir kennen sie doch, diese dunklen Kreise,
die am Werk sind still und leise,
dass wir nach ihrer Pfeife tanzen.
Diese dunklen Kreise,
nur ein Ziel wollen sie erreichen:
In unser Hirn sich einzuschleichen,
um jegliche Vernunft uns zu entziehen.
Was sie mit ihrem Impfstoff anvisieren:
Verschwörungstheorien uns injizieren.
Das Virus hemmt den Klimawandel,
reduziert Verkehr, Fabriken, Außenhandel.
Mit dem Ausstoß von dem CO zwei
ist’s zwar zur Gänze nicht vorbei,
doch freun sich Wald und Flur,
es freut sich die Natur.
Der ganze Globus ist betroffen.
Das lässt die Klimaschützer hoffen.
Damit ist eines klar,
wer es war,
die den Virus lockten
und die Leute schockten.
Stellvertretend für alle Täter
nur einen Namen: Greta.
Verliebte leiden großen Schmerz,
weil sie jetzt Masken tragen müssen,
Corona-Virus hat für sie kein Herz,
sie dürfen jetzt nicht küssen.
Maske darf an Maske sich nicht reiben
und die Zungen müssen drinnen bleiben,
denn das böse Virus lauert – und
möcht hinein tief in den Schlund.
So stehen sie einander zugewandt,
getrennt durch einen Babyelefant,
die Masken sind getränkt in Tränen,
die Herzen voll von Liebessehnen.
Doch Liebe kann das Virus nicht zerstören –
man konnte aber andres auch schon hören.
Es kriechen die Corona-Viren,
um zu dinieren,
durch Nas‘ und Mund
in meinen Schlund.
Noch bin ich ja gesund!
Doch noch wie lange?
Mir wird ganz bange!
Und wie ich dieses „bange“ schreib,
da schüttelt Fieber meinen Leib,
ich ring nach Luft
und spür Geschmack nicht mehr und auch nicht Duft.
O Jeh! Das ist mein letzt Gedicht,
es ist vorbei, ein weitres schreib ich nicht.
Das wird, mein Freund, die Welt wohl überleben.
Diesen letzten Trost kann ich Dir geben.
Es geht mir gut, ich bin gesund.
Da sagt der Tod: „Na und?!
Daneben nur ein kleines Trittchen,
zu nah heran zum Virus mit der Krone
da gibt’s kein ‚dass mich Gott verschone!‘,
ich hab dich beim Schlafittchen!“
Kant hatte recht mit seiner Red‘:
Impfen schleust die tierische Brutalität
in des Menschen Gemüt hinein.
Wie man aber sieht,
sie macht nicht die Geimpften wild,
macht Gegner des Impfens rabiat,
bereit zur Anwendung von Gewalt.
Auch Viren spüren Liebe,
haben ihre Triebe,
wollen kopulieren,
doch nicht mit andern Viren.
Sie schleimen sich beim Menschen gerne ein,
sie finden‘s fein,
bei ihm herumzulungern.
Der Börsenspekulant
starrt gebannt
auf die Kurse,
die Konkurse.
Er ruft, schon ganz darnieder:
„Virus, gib mir meine Millionen wieder!“
„Sei sicher!“ spricht das Kapital,
„das kriegen wir schon wieder hin.
Du weißt, die Politik ist neoliberal
und schaut auf Dein‘ Gewinn
und stützt mit Millionen den Profitentgang.“
Da weicht der Grant
vom Börsenspekulant,
ein Lächeln tritt auf sein Gesicht,
am End‘ des Tunnels sieht er Licht.
In seiner Fantasie
sieht er die Kurse steigen –
so hoch wie nie.
Virus, du bist ein Genie!
Er hört entzückt
und tief beglückt
den Börsenhimmel voller Geigen.