Mein Herz blieb stehen, als ich sie sah.
Jetzt schlägt es wieder
Und ich schreibe Lieder –
darüber, was niemals war.
(Hommage an Peter Kraus)
Auf Zucker leist ich gern Verzicht,
doch auf mein Sugar Baby nicht,
ihr Mund, der schmeckt so süß,
wenn ich ihre Lippen küss.
Oh Sugar Baby!
An meinem Sugar Baby leck ich mich nicht satt.
Sie ist so lieb, sie ist so süß!
Was schert mein Diabetes mich,
wenn ich ihre süßen Lippen küss.
Oh Sugar Baby!
Gehe ich an einer Konditorei vorbei,
kommt mir mein Sugar Baby in den Sinn,
ein gewaltig Sehnen zieht mich zu ihr hin.
Mein Herz ist schwer,
meine Ruh ist hin,
ich finde sie nimmer und nimmermehr.
Oh Sugar Baby!
Zu meinem Glück gibt es den Augenblick,
da kann ich meine Sehnsucht stillen,
da wird mein Herz mir leicht,
da kann ich Ruhe finden.
Es ist der ewige Augenblick,
da ich in Deinen Armen und zwischen Deinen Schenkeln lieg
und Deine süßen Lippen küsse.
Oh Sugar Baby!
Mein Sugar Baby ist ganz lieb zu mir,
drum bleibe ich bei ihr!
Ach Sugar Sugar Baby! Oh, oh!
(Hommage an Peter Igelhof)
Ich bin ganz verschossen
in Deine Kohlsprossen,
die Blätter und die Knospen sind meine Freud,
die knackigen und die weichen desgleichen,
von beiden bekomm ich Aufstoßen.
Ich bin ganz verschossen
in Deine Kohlsprossen.
Ich wär es auch in Deine Sommersprossen,
aber solche hast Du nicht.
Es sagt der Fuchs, die Trauben seien ihm zu sauer.
Mir hingegen sind die Mädchen viel zu süß,
weil ich Diabetes habe.
Schade!
Der Fuchs, wir wissen’s, lügt,
er kann die süßen Trauben nicht erreichen
und muss frustriert von dannen schleichen.
Die süßen Mädchen zu erreichen,
das wär für mich gar kein Problem,
alle wollen sie mich haben,
jedoch muss ich sie meiden,
weil ich unter Diabetes leide.
So ist’s!
Der Fuchs, der lügt, ich nicht.
Als ich 13 war,
Noch vor ein paar Jahren dachte ich,
war ich schockiert,
wenn ich 80 bin,
als ich das erste Mal ejakulierte.
werd ich meine sexuelle Kraft und Lust verlieren.
Der Schock verschwand sehr rasch,
Tatsächlich geschahs mit 80.
es blieb die Lust;
Es verschwand die Lust.
zur ihr gesellte sich ein Schuldgefühl.
Das Schuldgefühl? – Das blieb.
Im hundertjährigen Schlaf Dornhöschen träumt:
Kommt mein Prinz, zieht er mir’s aus.
Die Liebe überfiel den Franz und die Res.
Es konnte ihnen schnell genug nicht gehen,
es musste gleich an Ort und Stell geschehen.
Und so ging der Franz sofort in medias res.
Es war im Wonnemonat Mai –
ich war als Zeuge selbst dabei –
als die Knospen sprangen,
alle Vögel sangen,
da sind ihre Herzen aufgegangen,
da haben sie ihr Sehnen und Verlangen
einander gestanden,
einander am Standesamt das Ja-Wort gegeben.
Und ein Jahr später, wieder war‘s im Mai –
diesmal war ich nicht dabei –
die Knospen waren abgefroren,
kein Vogelsang drang an die Ohren,
da waren ihre Herzen fest verschlossen,
voneinander fühlten sie sich abgestoßen
und nahmen am Gericht
ihr Ja-Wort zurück.
Ein Jahr nach dem Mai war der Mai
vorbei.
I.
Wenn ich meine Frau wäre:
Ich hätte mich nicht zu meinem Mann genommen.
II.
Meine Frau ist unglaublich tolerant mit mir.
Ich glaube nicht,
dass ich so tolerant zu mir wäre,
wenn ich nicht ich wäre.
Meine Frau ist eigensinnlich.
Mehr verrate ich nicht.
Er freut sich auf das Frühstücksei
mit weichem Dotter und festem Eiweiß.
Keine bessre Eierköchin existiert
als seine Frau,
doch als sie ihm das Ei serviert,
da ruft er: „Du, da schau!
Was denkst Du Dir dabei?
Das ist ein Kuckucksei!“
Verweigerte Lust – Frust
Frust – Lust auf Karotte
Nur beim Beißen und Zermalmen
kann die Frust verqualmen,
sagt die Lotte.
Es drückt die Blase,
drängt, Wasser zu lassen.
So halt ich denn im Joggen inne
und lass das Wasser rinnen.
Von der Seite scheint die Morgensonne
auf des gelben Strahles Bogen,
lässt ihn blitzen, lässt ihn funkeln,
bannt die Augen, meinen Blick.
So habe ich in aller Frühe schon
Genuss und Freud gewonnen,
beginn den Tag ganz wunderbar beglückt.
Beim Ankleiden heute früh
sah ich mich, ganz zufällig, im Spiegel.
Wie war ich da erstaunt,
sah ich doch einen Körper,
identisch mit dem David von Michelangelo,
gleich sogar die Standbein-Spielbein-Stellung,
und das, obwohl ich 85 bin
und keinen Sport betrieben hab
mein Leben lang.
Unglaublich!
„Sie ist ganz nett,
die Henriett,
nur nicht im Bett.“
„Oder bist es Du, der versagt,
und sich nur über sie beklagt,
um sie zum Sündenbock zu machen?
Bist’s etwa Du, der sein Versagen auf diese Weis verdeckt,
ist’s das, was Deine Klage über sie bezweckt?
„Oh nein, das wäre doch zum Lachen!
Es ist die Henriett,
i doch nedt.“
Wenn ich mein Nächster wär,
ich würde Gottes Gebot folgen
und mich lieben wie mich selbst.
Segen der Schwerhörigkeit
Gemeinsam frühstücken,
Musik aus dem Radio.
Sie sagt:
„Ich will heute einen rohen Fenchelsalat machen.“
Er versteht:
„Ich will heute im Büro einen Fensterplatz haben.“
Schwerhörigkeit bringt Heiterkeit und Lachen in die Beziehung
im Alter.
(Fragen an Jürgen Habermas)
Hält eine Bindung, gebaut auf Vernunft,
länger als eine von Brunft getrieben?
Oder lässt die Brunft einander länger lieben?
Will Vernunft fürs Begehren von Lust Argumente hören,
Brunft dagegen kennt nur Geschrei und Röhren?
Verständigung ist die höchste Lust der Vernunft,
Orgasmus die der Brunft.
Wie stehts denn umgekehrt?
Geht Verständigung mittels Geschrei und Röhren,
und Orgasmus mittels Argumentieren?
Vernunft und Brunft zusammenbringen,
kann das gelingen
mit bloß leichten Schrammen?